© Gabriele Neulinger

Wandern in Franken

mit Frank unterwegs im Hirschbachtal - Text und Fotos von Gabi Neulinger

30.10.2026

Frank Rubeck bietet bereits seit vielen Jahren spannende Wanderungen im Hirschbachtal an...

Vom 14.06. bis 21.06.2026 waren Mitglieder der „Alpinen Wandergruppe“ gemeinsam in Bayern unterwegs. Wir wollten wandern, uns Klettersteige ansehen, diese ausprobieren, Geselligkeit in der Gruppe erleben und natürlich das leckere Essen zu genießen. Geleitet wurden die Wanderungen von Frank, der seit nunmehr 25 Jahren nach Hirschbach fährt und sich hier bestens auskennt.

Wir reisten in Fahrgemeinschaften mit dem Auto an und kamen nach einer fünfstündigen, staufreien Fahrt im Hirschbachtal an. Die Pension liegt am Hang. Nach einem steilen Anstieg (wirklich steil, wer schon einmal dort war, kann das bestätigen) hatten wir schon die „1.Bergetappe“ geschafft. Die Erkenntnis darüber, dass ich diese „1.Bergetappe“ eine Woche lang, mehrmals am selben Tag, würde gehen müssen, ließ bei mir nicht sofort gute Laune aufkommen. Wir beschlossen zunächst, in den einzigen Gasthof des Ortes zum Kaffee einzukehren und dort auch einen Tisch für das Abendessen zu reservieren. Hier gab es die erste große Enttäuschung der Reise – Schäufele und Haxe (regionale Spezialitäten) konnten fürs Abendessen nicht vorbestellt werden, waren schon ausverkauft. Es gab aber Alternativen, hungrig ins Bett musste keiner.

Unser Zimmer war groß und hell, genauso das Badezimmer. Vom Zimmer aus hatten wir eine tolle Aussicht auf die umliegenden Wälder des Hirschbachtals. Der Frühstücksraum war groß und gemütlich, er hätte von uns auch als Aufenthaltsraum genutzt werden dürfen. Aufgrund des guten Wetters haben wir die Terrasse vorgezogen. Hier hat die Gruppe die Abende nach der Rückkehr vom Abendessen bei einem Kaltgetränk ausklingen lassen. Leider bietet die Pension Regler nur Übernachtung mit Frühstück an. 

Unsere Wandertage haben morgens mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Wir konnten alle gemeinsam an einem liebevoll gedeckten Tisch sitzen. Frau Regler, unsere freundliche, humorvolle Pensionswirtin, legte großen Wert auf Details wie z.B. Serviettenringe (mit Hirsch versteht sich). Die Käse- und Wurstplatten waren appetitlich angerichtet und mit Kräutern und essbaren Blüten dekoriert, das Auge isst schließlich mit.

In den folgenden Tagen wanderten wir über Feld- und Wiesenwege, durch dichte Wälder, vorbei an Felsformationen, bestiegen Gipfel und kletterten auf Teilen den Norris Klettersteiges.

Das Wetter war am ersten Wandertag noch sehr angenehm. Die Sonne schien, ein frischer Wind wehte. Das sollte sich in den nächsten Tagen ändern. Mit jedem Tag schien die Sonne länger, die Wolken wurden seltener, es wurde heiß. Zum Glück ist das Hirschbachtal sehr waldreich und die Wege verliefen oft im Schatten.

Das Ziel unserer ersten Wanderung war das Gipfelkreuz des Hirtenberges.
Im stetigen Auf und Ab wanderten wir durch Wälder, über Wiesen- und Feldwege. Wir waren unterwegs auf dem Bären-Trail. Bären und Beeren wurden von uns allerdings nicht gesichtet. Über einen steilen Waldpfad wanderten wir hinauf zu unserem Ziel, dem Gipfelkreuz auf dem Hirtenberg, der mit 563m die höchste Erhebung der Gemeinde Hartenstein ist. Wir machten eine ausgiebige Pause, bevor wir den Rückweg antraten und freuten uns über die gute Fernsicht. Der Rückweg führte zunächst durch den Wald, dann über Landstraßen, Wald- und Forstwege. Es wurde zunehmend heißer, eine Einkehrmöglichkeit gab es unterwegs nicht, Getränke hatten alle ausreichend mitgenommen. 
Als wir nach insgesamt ca. 18,5km an der Pension ankamen, freuten sich alle darauf, die Wanderschuhe für heute ausziehen zu können. 
So ging es weiter: Kaffee – Pause – Abendessen – Sundowner auf der Terrasse – Hüttenruhe.

Am 2. Wandertag starten wir zu einer Rundtour im Wald oberhalb unserer Pension. Unser Ziel - das Gipfelkreuz der Mittelbergwand und vorher noch die Klettersteige anschauen. Nur anschauen, Übungen am Klettersteig waren für den übernächsten Tag geplant. Über steile Waldwege ging es hinauf zu Cäcilien Grotte. Diese Höhle ist begehbar und wurde von uns ausgiebig erkundet. Danach wanderten wir weiter über steile Wege, vorbei an Felsformationen, hinauf zum Prellstein (544m). Auf schmalen und teils ausgesetzten Wegen ging es um den Prellstein herum und weiter Richtung Mittelbergwand. Der Weg führte vorbei an Teilen des Noris Klettersteiges. So erhielten wir einen ersten Eindruck von dem, was uns (Diejenigen, die wollten) am übernächsten Tag erwarten würde. Am Noristörl legten wir eine kurze Pause ein und besprachen die Eindrücke vom Klettersteig mit den Wanderern, die Klettersteigerfahrungen haben. Über gut begehbare, steile Waldwege ging es weiter zu unserem heutigen Ziel dem Gipfelkreuz der Mittelbergwand (450m). Nach einer Pause, mit Aussicht und Fotoshooting am Gipfelkreuz, machten wir uns auf den nicht sehr langen Heimweg. Nach insgesamt 8,5km, mit vielen neunen Eindrücken und Erstaunen darüber, dass es hier im Wald viele versteckte Felsen und Höhlen gibt, sind wir wieder in der Pension angekommen. Es folgten: Kaffee – Pause – Abendessen – Terrasse/Sundowner – Hüttenruhe.

In der Nacht hatte es geregnet, am Morgen schien die Sonne und es sollte sehr warm werden. Die Sonne schien mit voller Kraft auf den nassen Wald. Es herrschte ein subtropisches Klima wie im Regenwald. Die geplante 22 km Wanderung war bei diesen Verhältnissen viel zu anstrengend für uns alte Wanderhasen, darum wurde sie auf 13 km gekürzt. Alle fanden – eine ausgezeichnete Idee. Wir wanderten oberhalb der Pension durch den Wald, unterhalb der Mittelbergwand. Nach einigen km erreichten wir Fischbrunn. Die Terrasse des Gasthauses Café Schartl war unser Ziel, aber erst auf dem Rückweg. Wir ließen das Café rechts liegen und wanderten zunächst entlang der Landstraße, dann wieder durch den Wald mit nur geringen Steigungen und über Feld- und Wiesenwege zurück nach Fischbrunn (Café Schartl). Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen ging es zurück zur Pension.
Kaffee – längere Pause – Abendessen. 
An diesem Abend war es soweit, es gab die ersehnten Schäufele und Haxen (dank Vorbestellung von Chrifstof).
Danach das Übliche: Terrasse/Sundowner – Hüttenruhe.

Tag 4 der Wanderwoche, die Sonne lacht vom Himmel, 30Grad. Unser heutiges Ziel der Noris Klettersteig. Nicht nur anschauen, sondern auch anfassen und klettern. Fünf von sieben Wanderern wollten heute Teile des Klettersteiges erklimmen. Dazu ist zu sagen, dass sowohl Frank, als auch Gerd und Maxi klettersteigerfahren sind. Ich habe nur wenig Erfahrung und für einen Teilnehmer war Klettersteig Neuland. Die beiden verbleibenden Wanderinnen wollten uns lieber zuschauen. Es ist nur eine kurze Wanderung von der Pension zum Norissteig. Schnell haben wir die Klettersteigausrüstung angelegt. Dann: Partnercheck – sonst Partner weg. Es geht los. Als erstes durch die Amtsknechtstube, man klettert hoch zur Höhle, steigt in die Höhle, durchquert diese und klettert auf der anderen Seite den kleinen Felsen hinauf. Teil 1 fertig. Weiter ging es zum Noristörl. Gegenüber dem Felsenbogen ist ein Kletterfelsen, seit kurzem seilversichert. Hier klettern wir zu Übungszwecken zweimal hinauf, klettern über den Felsen und auf der anderen Seite hinunter. Weiter geht es zu einer mit Stahlstiften und Seilen versicherten Wand, die wir schnell durchklettert haben. Der Abstieg führte über einen kaum zu erkennenden, steilen, schmalen, rutschigen Waldweg. In der Zwischenzeit war es sehr warm geworden, keiner von uns wollte am Felsen in der Sonne gebraten werden, deshalb sind wir zur „Via Ferrata Bambini“ (liegt im Schatten) gegangen. Hier konnten wir Anfänger uns ausprobieren. Der kurze Heimweg führte durch den Wald und wir waren schnell an unserer Unterkunft angekommen.
Auf der Terrasse reflektierten wir unsere Erlebnisse mit dem Ergebnis, Klettersteige machen großen Spaß, Übung macht den Meister.
Anschließend das gleiche Procedere wie jeden Abend: Abendessen – Terrasse/Sundowner – Hüttenruhe.

Der nächste Wandertag hat mit strahlendem Sonnenschein begonnen. Schon früh sind es 31 Grad und die Temperatur stieg weiter, viel zu warm zum Wandern.
Zum Glück ist das Hirschbachtal waldreich und Frank kennt viele Wege, auch im Schatten. Nach einem Stück entlang der Landstraße gelangten wir den Wald. Der Weg führte bergauf und wir erreichten eine Höhle, die wir in gebückter Haltung durchquerten. Weiter ging es durch den Wald. Unser Etappenziel war der Biergarten von Kirchenreinbach. Hier wurden wir freundlich begrüßt, hatten wir doch am Abend zu vor dort gegessen. Der Eiskaffee hier ist super lecker, mit richtiger Sahne, keine Sprühsahne. So gestärkt konnte es weitergehen. Als wir im Wald an einen Wegweiser kamen mit der Aufschrift: „München – 2,3km“ schaute ich ein bisschen merkwürdig. Natürlich war schnell klar, dass es sich nicht um Bayerns Landeshauptstadt handelt, sondern um ein kleines Städtchen in der Nähe von Hirschbach. Der Heimweg verlief wechselnd durch Schatten und Sonne und war auf Grund der Hitze sehr anstrengend.
Am Abend ging es noch einmal zum „Goldenen Hirschen“ Forelle essen, auch eine regionale Spezialität. Was danach folgt ist bekannt: Terrasse/Sundowner………

Am letzten Wandertag zeigte das Thermometer am Morgen 32 Grad, die Temperaturen sollten bis auf 36 Grad steigen. Das richtige Wetter um ins örtliche Schwimmbad zu gehen oder in den Hirschbach zu steigen. Ich bin bereits an diesem Tag abgereist. Die anderen Wanderer sind am nächsten Tag nach Hause gefahren.

Fazit:
Das Hirschbachtal ist wunderschön, ich komme gerne wieder. Es eignet sich hervorragend zum Wandern und Klettern (auch die Klettergruppe unserer Sektion war schon hier). Die Klettersteige sind super zum Üben. Den Hirschbach haben wir gesehen, einen Hirsch leider nicht. 

Leider gibt es in Hirschbach nur eine Bäckerei und eine Gaststätte, beide haben nicht jeden Tag geöffnet. In den nahegelegenen Ortschaften gibt es weitere Lokale, man muss nicht hungern. Das Essen ist sehr lecker, die Portionen reichlich und die Preise günstig.

Es war eine sehr schöne Wanderwoche mit einer harmonischen Wandergruppe und einem kompetenten, freundlichen und gut gelaunten Wanderführer. Ich habe mich in dieser Gruppe sehr wohl gefühlt, danke an alle die dabei waren.