Bis alle den waghalsigen Aufstieg zur Nordparkhütte bei angenehmen 5° Grad geschafft haben, herrscht in der warmen Stube eine gelockerte Stimmung. Alle sitzen zusammen an einem Tisch. Thomas hat Kleinigkeiten zum Essen für alle mitgebracht. Berggeschichten von früher werden erzählt. Es begab sich zu einer Zeit als sich Duisburger Fachübungsleiter in der Duisburger Eifelhütte getroffen haben. Ein Aspirant von damals erinnert sich. Er suchte im wahrsten Sinne des Wortes eine Hütte und fand in Hausen ein Haus vor. Mutig setzte er sich an den Tisch der Fachübungsleiter und bekam als Begrüßung entgegnet „Ihr sitzt da drüben“. Eine andere Geschichte soll sich in der Duisburger Hütte ereignet haben. Bei der Essensbestellung zeigte man auf ein bereits serviertes Gericht und bekam als Antwort „Das ist nur für den Vorsitzenden“. Alle sind sich einig, dass diese gruseligen Zeiten aus der Vergangenheit überstanden sind.
Uns ist es egal, ob es sich um einen zukünftigen, gerade fertig gewordenen oder langjährig erfahrenen Trainer handelt. Gelebte Praxis unter uns Trainern ist die Weitergabe von Wissen im alpinen Bergsport.
Jetzt aber raus und ans Seil. Der ein oder die andere hat es vielleicht schon erlebt, das Abseilgerät fällt hinunter. Abseilen mit Halbmastwurf krangelt sehr, die Dülfer-Abseilmethode verschleißt die heutige „dünne“ Bekleidung. Roland zeigt uns eine weitere Alternative zum Abseilen, die Iten-Bremse. Die Iten-Bremse wurde 2013 von dem Schweizer Bergführer Lucas Iten erfunden und ähnelt dem Abseilen mit der Abseilacht.
Die nächste Hiobs-Botschaft. Beim Abseilen wird eines der beiden Halbseile vom Steinschlag so beschädigt, dass es nicht mehr sicher zu gebrauchen ist. Weitere Abseillängen sind noch zu bewältigen, deren Abstände für die Halbierung des verbliebenen intakten Halbseiles zu groß sind. Roland führt uns den Beal-Escaper vor. Mit dem Beal-Escaper könnt ihr im Notfall an einem Seilstrang abseilen, ohne das Seil anschließend in der Wand belassen zu müssen.
Klettersteiggehen boomt. Die Bergwacht rückt mittlerweile am häufigsten bei Klettersteigunfällen aus. Personen überschätzen sich oder die Bergfreunde, das Wetter schlägt um, es droht vielleicht ein Gewitter, die Anforderungen an die Bergtour wurden unterschätzt. Da kann es vorkommen, dass sich die Psyche meldet, Angst kommt auf. Britta und Ari zeigen uns wie wir als Trainer mehrere Personen in einem Klettersteig zusätzlich zur Klettersteigsicherung mit einem Seil und einem Grigri nachsichern und so die reale und psychische Sicherheit erhöhen können.
Trotz guter Vorbereitung und Können stürzt ein Kletterer. Er ist nicht so schwer verletzt, dass die Bergrettung alarmiert werden muss. Jeder alpine Trainer lernt in seiner Ausbildung die behelfsmäßige Bergrettung am Fels und Eis. Der AV Flaschenzug mit Körperhub ist die gängige Methode den Gestürzten zum Stand zu retten um schnell Erste Hilfe zu leisten. Walter zeigt uns aus der Praxis erlebte und von Bergführen gezeigte Feinheiten dieser Rettungstechnik.
Ihr habt Lust bekommen selber Trainer zu werden oder euch gut ausbilden zu lassen, dann sprecht uns an. Informationen erhaltet ihr dazu auf unsere Homepage.
Oliver Knorre